Ärzte drohen mit Leistungskürzungen

Die Gesundheitsreform könnte schwerwiegende Folgen für die Patientenversorgung haben, sollte die Politik die Arzthonorare nicht anpassen. Der Lobbyverband Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) fordert höhere Honorare für die Ärzte.

Nach aktuellen Berechnungen erhalten die Mediziner nicht wie zugesagt 3 Milliarden Euro mehr an Honorarzahlungen sondern nur 1,2 Milliarden Euro. Diese Lücke soll nach der Forderung  der mächtigen KBV nun geschlossen werden.

Laut den Angaben des Verbandschefs Andreas Köhler basierten die bisherigen Berechnungen auf Simulationen aber nun würden die Abrechnungsdaten des ersten Halbjahres 2008 vorliegen. Auf Basis dieser Daten bestehe nun eine Honorar-Lücke von 1,8 Milliarden Euro.

Seit Jahresanfang müssen die Ärzte nach einem neuen Honorarsystem abrechnen und bisher ist unklar welche Mediziner von der Gesundheitsreform profitieren und welche nicht. Jedoch gelten Mediziner, die ein umfangreiches Leistungsangebot haben als Verlierer.

Die Forderung sieht eine Ausgliederung bestimmter Behandlungen aus der Regelversorgung ebenso vor wie bestimmte Operationen. Beides sollten die Krankenkassen extra bezahlen und es wird eine Preisanhebung der ärztlichen Leistung gefordert.

Nach Auffassung des KBV-Chefs sei die aktuelle Lage für die Mediziner unerträglich. Er möchte mit seinem Lobbyverband an die Krankenkassen herantreten. Wenn die Verhandlungen allerdings negativ enden sollten, so seien Leistungskürzungen nicht ausgeschlossen. Dies würde bedeuten dass die Ärzte für das Patientenwohl nicht garantieren können.

Die Versicherten zahlen seit dem 01.01.2009 mit dem Start des Gesundheitsfonds einen Einheitsbeitrag von 15,5 Prozent an ihre Krankenkasse. Die erneute Forderung der Mediziner nach einer höheren Vergütung ist ein Schlag ins Gesicht der Versicherten, die anscheinend für immer höhere Beiträge weniger Leistung erhalten.

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