Elektronischer Gesundheitskarte droht das Ende

Die elektronische Gesundheitskarte sollte eigentlich die Kosten im Gesundheitssystem senken und die Bürokratie zumindest ein wenig eindämmen. Das Prestigeprojekt der langjährigen aber wenig erfolgreichen Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) scheint nun ein millionenschwerer Flop zu werden und zwar wie so oft auf Kosten der Versicherten.

Die AOK Rheinland/Hamburg ist die größte AOK-Kasse und diese droht nun mit einem Boykott der elektronischen Gesundheitskarte. Der Chef der Krankenkasse, Wilfried Jacobs, möchte die Sicherheit haben, dass die Arztpraxen am Onlinebetrieb teilnehmen bevor Millionen Gesundheitskarten verschickt werden. Die Krankenkassen der Region Rheinland haben bisher 20 Millionen Euro in das Projekt investiert und aus diesem Grund sollte die Sicherheit eigentlich an erster Stelle stehen.

Jedoch sind die Ärzte nicht bereit diese Sicherheit zu gewährleisten, denn es wird von Seiten der Bundesärztekammer befürchtet dass die Mediziner von der Technik genervt sein und ihre Zulassung zurückgeben könnten. In der Startphase können die Ärzte freiwillig entscheiden ob sie ihre Praxis an die Onlinestruktur der Gesundheitskarte anschließen möchten oder nicht. In den letzten Wochen wurde Deutschland von Datenskandalen erschüttert und daher scheuen die Mediziner eine zentrale Speicherung der Patientendaten aus Furcht vor einen möglichen Datenverlust oder Datendiebstahl.

Die Gesundheitskarte könnte Doppeluntersuchungen vermeiden und ist bei schwierigen Krankheitsfällen, wo mehrere Parteien beteiligt sind, eine echte Hilfe. Die Einführung der elektronische Karte könnte das teure deutsche Gesundheitssystem finanziell entlasten. Vor dem bundesweiten Einsatz soll sie erst in zehn Testregionen erprobt werden und nach den aktuellen Plänen des Bundesgesundheitsministerium sollen alle Versicherten die Gesundheitskarte bis zum Jahresende erhalten.


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