Krankenkassenbeiträge: 423,60 Euro mehr pro Jahr
Die Gesundheitsreform mit dem heftig umstrittenen Gesundheitsfonds ist am 01.01.2009 in Kraft getreten. Die ersten Krankenkassen haben ihre Beitragsbescheide verschickt und so manchen Versicherten wird der Brief wie ein Schlag treffen. Wer bisher bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) wie der BIG Direkt war, selbstständig ist und den ermäßigten Beitragssatz (ohne Krankentagegeld) zahlte muss nun tiefer in seine Geldbörse greifen. Statt wie bisher monatlich 180,16 Euro (Bemessungsgrundlage 1260 Euro) werden nun die Pflegeversicherung eingerechnet knapp 216 Euro pro Monat fällig. Das Werk von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat somit in diesem realen Beispiel zu einer Verteuerung von 35,30 Euro pro Monat geführt.
Im Jahr bedeutet dies eine finanzielle Mehrbelastung von 423,60 Euro ohne dafür eine bessere Leistung als bisher zu erhalten. Der Staat ist nun für die Festlegung des einheitlichen Beitragssatzes verantwortlich und es darf damit gerechnet werden, dass er über den Gesundheitsfonds den Beitrag in den kommenden Jahren anheben wird. Das deutsche Gesundheitssystem ist teuer und müsste dringend eingehend reformiert werden. Im Rahmen einer umfassenden erneuten Gesundheitsreform sollte der Gesundheitsfonds gekippt, der Morbi-RSA abgeschafft und der Wettbewerb zwischen Krankenkassen nicht wie jetzt praktisch stillgelegt sondern verstärkt werden.
Die Krankenkassen sollten wieder die Finanzhohheit über das Geld der Beitragszahler haben. Wenn der Morbi-RSA abgeschafft würde, dann könnten die Krankenkassenbeiträge auf 10 Prozent und weniger sinken. Doch bislang traut sich kein Politiker daran das durch Lobbyismus (AOK, Pharmaindustrie, Ärzteverbände) stark beeinflusste Gesundheitssystem grundlegend zu reformieren.
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