Warenhauskette Hertie endgültig pleite

Die traditionsreiche Warenhauskette Hertie wird nach einem Beschluss der Gläubigerversammlung aufgegeben und alle 54 Kaufhäuser geschlossen. Der Insolvenzverwalter Biner Bähr stellte vorher einen entsprechenden Antrag auf Schließung der Häuser an die Essener Konzernzentrale. Von den Gläubigern hatten über 84 Prozent nun für eine Schließung der Kaufhauskette gestimmt.

Als Grund für diese überraschende Entscheidung wurde die britische Beteiligungsgesellschaft Dawnay Day genannt die Eigentümerin von Hertie ist. Es herrschte vorher eine heftige Debatte zwischen dem Investor und dem Insolvenzverwalter. Das britische Unternehmen ist offenbar hauptverantwortlich für die fehlgeschlagene Suche nach einer passenden Lösung.

Die Kaufhäuser sollen im Sommer geschlossen und im Vorfeld ein Sozialplan aufgestellt werden. Nach Angaben des Insolvenzverwalters sind die hohen Mieten für den nun beschlossenen Untergang des Kaufhauskonzerns verantwortlich. Die Beteiligungsgesellschaft hätte nur Interesse an den Immobilien gehabt und habe diese vor vier Jahren für 285 Millionen Euro überteuert gekauft. Der Immobilienwert beläuft sich derzeit noch auf 185 Millionen Euro und wird nach der Schließung der Käufhäuser immerhin noch 150 Millionen betragen.

Eigentlich wäre eine Investorengruppe bereit gewesen Hertie zu kaufen aber da Dawnay Day nicht zu Mietsenkungen bereit war ist der Kauf gescheitert. Es sollten alle 54 Filialen und 2.600 Mitarbeiter erhalten bleiben. In den Städten wo Hertie vertreten ist wird es wohl im schlimmsten Fall zu leeren Fußgängerzonen kommen und Geschäfte geschlossen werden, die auf die Laufkundschaft angewiesen sind.

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