Festgeld als Geldanlage – Für wen ist sie sinnvoll?

Festgeld Geldanlage
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Immer mehr Menschen entscheiden sich ihre Gelder lieber gewinnbringend anzulegen, als sie auf dem Sparbuch gegen niedrige Zinsen zu parken. Doch welche Anlageform ist nun eigentlich für wen geeignet?

Wollen Sie ein Risiko eingehen?

Diese Frage sollte sich jeder persönlich beantworten, denn es gibt viele verschiedene Geldanlagen, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Doch nicht jede Anlageform ist auch für jeden Sparer gleichermaßen geeignet. Deshalb gilt hier, sich erst einmal zu fragen, ob man auf das Geld eine Weile verzichten kann oder ob man jederzeit Zugriff darauf haben möchte. Ferner ist es wichtig, sich die Frage zu stellen, ob man ein Risiko eingehen möchte, mit dem in der Regel auch Renditechancen verbunden sind, oder ob man doch lieber jeglichem Risiko aus dem Weg gehen will. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, kann man sich näher mit den in Betracht kommenden Anlageformen auseinandersetzen.

Laufzeiten für Festgeldkonten

Haben Sie sich beispielsweise entschieden, dass Sie nur auf sichere Anlagen setzen wollen, aber auch eine Zeit lang auf sein Geld verzichten können, eignet sich das Festgeld recht gut. Hierzu haben Sie die Wahl das Geld für verschiedene Zeiträume fest anzulegen. In der Regel liegt die Laufzeit für ein solches Festgeldkonto zwischen 30 und 360 Tagen. Während dieser Zeit können Sie jedoch nicht über das angelegte Geld verfügen.

Fester Zinssatz

Der geltende Zinssatz wird bei der Kontoeröffnung fest vereinbart. Er wird für die gesamte Laufzeit garantiert. Das heißt, er kann auch bei Änderungen des allgemeinen Zinsniveaus nicht an dieses angepasst werden. Genauer gesagt: Steigen die Marktzinsen, ist das Pech für den Anleger, da seine Anlage weiterhin mit den geringeren Zinsen verzinst wird. Sinken die Marktzinsen jedoch, so hat der Anleger Glück gehabt, denn die Verzinsung für seine Anlage kann nicht nach unten korrigiert werden.

Einlagensicherung von Festgeldkonten

Ferner wird das Festgeld über den Einlagensicherungsfonds der Banken und Sparkassen abgesichert. Dies bedeutet, sollte die Bank, bei welcher man sein Festgeld angelegt hat, einmal in Zahlungsschwierigkeiten geraten, so muss man keine Angst um sein Geld haben. Dieses erhält man aus dem genannten Einlagensicherungsfonds zurück.

Vergleichsweise hohe Zinsen

Weiterhin bietet das Festgeld vergleichsweise hohe Zinsen. Dies liegt vor allen Dingen daran, dass Sie während der Laufzeit nicht an das Geld heran kommen und die Banken besser damit arbeiten können. Für diese Sicherheit bei der eigenen Finanzplanung bieten die Banken dann höhere Zinsen an. Die Zinsen werden beim Festgeld immer zum Ende der Laufzeit ausgezahlt. Man hat in der Regel die Wahl, ob die Zinsen direkt auf das Festgeldkonto ausgezahlt werden sollen oder auf ein zu benennendes Girokonto des Kunden. Nach Möglichkeit sollten Sie sich für die Zahlung auf das Festgeldkonto entscheiden. Denn dann kann der Zins auch bei einer Verlängerung, im Fachjargon auch Prolongation genannt, mit verzinst werden. Der günstige Zinseszinseffekt macht sich also bemerkbar.

Mindestanlagesummen für Festgeldkonten

Weiterhin muss man darauf achten, dass einige Banken eine Mindestanlagesumme fordern, die nicht unterschritten werden darf. Sie pendelt sich in der Regel zwischen 500 und 5.000 Euro ein. Auf der anderen Seite sehen die Banken es aber auch so, dass nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen der aktuelle Zins gewährt wird. Alles, was darüber hinausgeht, wird zu deutlich geringeren Zinssätzen verzinst oder auch gar nicht mehr. Auch dies muss bei der Festgeldanlage beachtet werden.


Konditionen mit Tagesgeldkonten vergleichen

Sie sollten auf jeden Fall einen umfassenden Vergleich der Anlageformen durchführen. Bis vor wenigen Jahren lagen die Zinsen beim Festgeld noch zwischen 2 und 2,5 Prozent, heute sind sie auf über 4 Prozent angestiegen. Ähnlich sieht es beim Tagesgeld aus. Auch hier sind die Zinsen massiv gestiegen. Neueste Studien haben sogar gezeigt, dass die Unterschiede der Zinssätze zwischen Tagesgeld und Festgeld verschwindend gering sind. Das heißt, die Anleger können mit Tagesgeld genauso hohe Zinsen wie mit dem Festgeld erwirtschaften, haben hierbei aber den Vorteil, dass sie jederzeit über das Geld verfügen können. Insofern zeigt sich, dass ein Vergleich unverzichtbar ist.

Fazit: Welche Anlage zu einem passt, entscheidet jeder selbst. Wer möglichst wenig Risiko mit stabilen Zinsen haben möchte, für den könnte ein Festgeldkonto die Lösung sein. Wer über sein Geld zu jeder Zeit verfügen möchte, da ist mit einem Tagesgeldkonto gut bedient. Dabei werden die aktuellen Marktzinsen berücksichtigt, das heißt die Zinsen können schwanken. Außerdem ist die Versuchung bei Tagesgeldkonten gegeben, schnell mal ein wenig Geld von diesen zu nutzen, das kann den Anlageeffekt merklich stören.

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