Forwarddarlehen – Zinsen und Vergleich

Forwarddarlehen – Zinsen und Vergleich

Mit einem Forwarddarlehen können Sie sich schon heute die Zinsen für einen Kredit in zwei oder drei Jahren sichern. Das macht besonders in einer Phase mit Niedrigzinsen Sinn, wenn ein Zinsanstieg zu erwarten ist. So bleibt das Darlehen insgesamt günstig, selbst wenn sich die allgemeinen Konditionen in der Zwischenzeit deutlich verschlechtert haben. Vor allem für die Anschlussfinanzierung von bereits bestehenden Immobilienkrediten werden die Forwarddarlehen angeboten.

Bis zu fünf Jahre im Voraus (60 Monate) lässt sich mit einem solchen Kreditvertrag eine Finanzierung absichern. Das ist eine ganz schön lange Zeit, die man schwer überblicken kann. Ob bis dahin die generellen Zinskonditionen für Kredite eher besser oder eher schlechter als zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind, lässt sich kaum abschätzen. Anders ist das vielleicht für die kommenden ein bis drei Jahre. Vielleicht deuten sich schon am Horizont merkliche Kennzeichen für eine Erhöhung von Kreditzinsen an. Gerade im Kontext von Hausfinanzierungen zeichnen sich ja manchmal längerfristige Tendenzen schon vorher ab. Wenn man dann ein Anschlussdarlehen für einen laufenden Kredit aufnehmen müsste, gerade wenn die Zinsen wieder steigen, kann sich ein Forwarddarlehen anbieten. Der neue Kredit wird zu den gegenwärtigen Zinssätzen abgeschlossen. Steigende Kosten muss man dann also nicht mehr fürchten.

Schon heute die Zinsen festlegen

Ein Forwarddarlehen ist also nicht zuletzt für denjenigen geeignet, der schon frühzeitig Klarheit für die langfristigen Finanzierungskonditionen haben will. Der Kredit wird nicht gleich ausgezahlt. Erst zum vereinbarten Zeitpunkt, wenn die Ablösung des alten Darlehens ansteht, beginnt der festgelegte Kreditrahmen zu greifen. Allerdings ist auch ein gewisses Risiko für den Kreditnehmer mit einem Forwarddarlehen verbunden. Falls die allgemeinen Zinsen in der Zwischenzeit nämlich sinken, ist man dann trotzdem an den Kreditvertrag gebunden. Außerdem verlangen die Banken in der Regel für die lange Zinsfestlegung Zusatzgebühren während der Überbrückungszeit. Diese Zinsaufschläge machen das Darlehen also etwas teurer als einen Normalkredit. Ob sich der „Deal“ für Sie als Kreditnehmer insgesamt lohnt, ist also vor allem davon abhängig, ob und wie stark das generelle Zinsniveau bis zum Aufnahmedatum des Anschlussdarlehens effektiv steigt.


Zinssicherheit und Zinsrisiken

Wenn derzeit ein eher günstiges Zinsniveau im Vergleich zu früheren Zeiten vorhanden ist, ließe sich mit einem Forwarddarlehen dieses also auf jeden Fall festschreiben. Bei wem die Gesamtkalkulation ohnehin schon „auf Kante“ berechnet ist und bei steigenden Kosten die Durchführung des Finanzierungsvorhabens in Gefahr gerät, derjenige kann also auf diese Weise auf Nummer sicher gehen. Dann wäre die gesamte Kreditfinanzierung unter Dach und Fach und man müsste sich keine weiteren Gedanken mehr machen. Wer aber darauf spekuliert, dass die Zinsen noch weiter sinken, oder dass er zum entsprechenden Zeitpunkt auf andere Weise ein vorteilhaftes Darlehen erhält, kann natürlich auch warten. Wichtiges Kriterium ist selbstverständlich auch, wie gut oder schlecht die laufenden Bedingungen eines bestehenden Darlehens sind. Forwarddarlehen werden oft bereits mit einer Vorlaufzeit von ca. einem Jahr gewährt. Vielleicht lohnt eine Ablösung ja schon, weil der alte Vertrag im Vergleich zu den aktuellen Bedingungen einfach deutlich schlechter ist.

Kreditvergleich für das Forwarddarlehen

Wie bei allen Krediten gibt es auch beim Forwarddarlehen viele unterschiedliche Anbieter am Markt. Wer sich hier das passende Angebot herauspickt, kann zusätzlich bei den Kreditkosten sparen. Für einen Kreditvergleich sollte man dann besonders auf die genannten Zusatzgebühren und Zinsaufschläge achten, die von Bank zu Bank unterschiedlich hoch sein können. Überprüfen Sie auch, welche Kosten im Zusammenhang mit der Ablösung des alten Kredits für Sie entstehen. Im Internet gibt es mehrere Vergleichsrechner, mit denen Sie aktuelle Angebote von Finanzdienstleistern abfragen können. So zum Beispiel der Vergleichsrechner von n24.de. Hier ermitteln Sie aus 30 beteiligten Banken das für Sie günstigste Darlehensangebot. Dabei können Sie sogar die Konditionen für Forwarddarlehen heraussuchen, die schon in acht Monaten oder weniger beginnen. Für einen aussagekräftigen Vergleich sollten Sie Ihre Kreditdaten parat haben (Ablösesumme, Wohnort, Laufzeiten…). Ein konkretes Angebot können Sie sich beispielsweise auch aus einem Vergleich von über 300 Banken bei Interhyp.de anfordern.

Auch alternative Finanzierungen durchrechnen

Bevor Sie sich für ein Forwarddarlehen entscheiden, sollten Sie sich aber immer auch nach Alternativen umsehen und diese ebenso detailliert durchrechnen. Nur wenn Sie solche Vergleichsberechnungen haben, können Sie schließlich abschätzen wie günstig ein Forwarddarlehen tatsächlich ist. Mit einem Angebot für einen Forwardkredit (inklusive Zinsaufschlägen) könnten Sie zum Beispiel errechnen (lassen), bis zu welcher Zinsgrenze das normale Zinsniveau bis zum fraglichen Termin ansteigen darf, ohne dass ein herkömmliches Anschlussdarlehen teurer ist. Überlegen Sie dann, wie wahrscheinlich ein solcher Zinsanstieg tatsächlich ist.

Fazit
Bei steigendem Zinsniveau kann ein Forwardkredit für Sicherheit und ein günstiges Anschlussdarlehen sorgen. Die Rechnung geht aber nicht immer und automatisch auf. In jedem Fall sollte man vor einem Abschluss die aktuellen Angebote mehrerer Anbieter vergleichen, um das preiswerteste Finanzierungsmodell für sich zu ermitteln.

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