Rechtsschutzversicherung – Worauf Sie beim Abschluss achten sollten

Wenn ein Gerichtsprozess notwendig wird, können die Kosten für die Beteiligten sehr hoch werden. Dagegen sichert eine Rechtsschutzversicherung ab. Lesen Sie hier, worauf man besonders achten sollte, wenn man dabei dennoch nicht unnötig Geld zum Fenster hinauswerfen will.

In Deutschland kann man sich ja fast gegen alles versichern. Etliches davon ist sinnvoll. Manches kann man sich auch einfach sparen. So ist es auch bei der Rechtsschutzversicherung, die prinzipiell für sehr viele Rechtsgebiete abgeschlossen werden kann. Dabei ist generell zu unterscheiden, ob man sich als Privatperson oder etwa als Freiberufler in selbstständiger Unternehmenstätigkeit versichern will. Weil es sich bei Gerichtsprozessen sehr häufig um Vertragsangelegenheiten handelt, fallen besonders im Geschäftsleben und im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen Rechtskosten an. Auch nach Autounfällen u.ä. kann es häufiger zu Gerichtsverfahren kommen. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt dann beispielsweise die Anwaltskosten oder Gebühren, die im Zusammenhang mit der Prozessführung entstehen.

Verbrauchervereinigungen wie der Bund der Versicherten BDV stufen die Rechtsschutzversicherung im Vergleich zu anderen Versicherungen dennoch eher als nachrangig ein. Für Privatpersonen könnte am ehesten ein Verkehrs-Rechtsschutz oder ein Arbeitsrechtsschutz infrage kommen. Prinzipiell sollte abgewogen werden, wo überhaupt eine besondere Wahrscheinlichkeit besteht, dass ein Prozess zu führen ist.

Auf folgende Punkte ist bei einem Abschluss dann besonders zu achten:

1. Selbstbeteiligung

Bei vielen Versicherungen ist es möglich, für den Versicherungsfall eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren. Das ist auch durchaus sinnvoll. Im Ernstfall muss diese Summe zwar dann selbst bezahlt werden. Doch zum einen kann dadurch der Beitrag für den Versicherungsnehmer günstiger ausfallen. Und zum anderen ist eine Rechtsschutzversicherung ja vor allem dafür gedacht, im schlimmsten Falle den finanziellen Ruin durch ein Rechtsverfahren zu verhindern oder  außerordentlich hohe Belastungen abzuwehren. Wenn eine Selbstbeteiligung vereinbart wird, die zwischen 150 Euro und 500 Euro liegt, besteht diesbezüglich keine Gefahr. Allerdings sollte man beim Versicherungsabschluss darauf Acht geben, dass durch die Selbstbeteiligung der Jahresbeitrag auch tatsächlich günstiger ausfällt.

2. Versicherungssumme

Der Bund der Versicherten empfiehlt, eine Deckungssumme zu wählen, die mindestens 250.000 Euro beträgt. Die Angebote bei den unterschiedlichen Gesellschaften fallen hier verschieden aus und können teilweise auch deutlich darüber liegen. Höhere Deckungssummen gehen häufig auch mit höheren Beiträgen einher. Wenn man hier einen deutlich erhöhten Beitrag in Kauf nehmen möchte, sollte das durch ein entsprechendes Risiko begründet sein.


3. Gültigkeit

Vor Abschluss der Versicherung empfiehlt es sich, genau zu prüfen, wo der Rechtsschutz überall gilt. Einzelne Policen sind weltweit in allen Ländern gültig. Andere sind auf Europa oder andere genau abgegrenzte Territorien beschränkt. Hier entscheiden die persönliche Tätigkeit und Mobilität bzw. die Häufigkeit von Auslandsaufenthalten und die generellen Planungen über eventuelle Wohnungswechsel darüber, welche Vertragsbestimmungen sinnvoll sind.

4. Ausschlüsse beachten

In der Regel werden in den Vertragsdetails viele Einzelfälle definiert, die von der Versicherungsleistung ausgenommen werden. Bei diesen Ausschlüssen heißt es natürlich besonders genau hinzuschauen, damit nicht ausgerechnet diejenigen Fälle ausgegrenzt bleiben, auf die es einem womöglich besonders ankommt. Üblich sind Ausschlüsse bei vorsätzlichen Straftaten oder etwa Rechtsstreitigkeiten, die beim Verfassungsgericht landen. Ob beispielsweise auch Schadensersatzforderungen Teil der Versicherung sind oder Fälle, in denen man sich dem Vorwurf ausgesetzt sieht, strafrechtliche Vorschriften verletzt zu haben (Spezial-Strafrechtsschutz) ist von Police zu Police unterschiedlich. Da Rechtsschutzversicherungen öfters als Paketlösungen angeboten werden, ist hier stets eine genaue Lektüre erforderlich. Generell gilt, dass ein möglichst präzise abgestimmter Versicherungsumfang für den persönlichen Bedarf hilft, die Beitragskosten klein zu halten.

Für Singles werden bei etlichen Gesellschaften günstige Sondertarife angeboten. Familien haben oft den Vorteil, dass durch einen Versicherungsbeitrag auch der Partner des Versicherungsnehmers sowie die Kinder mitversichert sind. Auch hier gilt es auf die ausdrücklichen Bestimmungen im Vertrag zu achten. Wie immer bei Versicherungsangelegenheiten, kommt man also nicht darum herum, möglichst mehrere Anbieter zu vergleichen und sich durch mehrere Vertragsunterlagen hindurchzuwälzen. Die ersparten Beiträge entlohnen einen dann allerdings anschließend für die Mühen. Und die Einsparungen können auf Dauer recht hoch ausfallen.

Fazit

Damit man für seine Rechtsschutzversicherung nicht zu viel bezahlt, sollte man bei der Selbstbeteiligung, bei der Deckungssumme, sowie bei der jeweiligen Reichweite der Versicherungsleistungen nachhaken. Ob man eine Verkehrsrechtsschutzversicherung, einen Arbeitsrechtsschutz oder einen anderen Rechtsschutz tatsächlich braucht, sollte man sich jeweils genau überlegen.

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