Ist der Bausparvertrag als Geldanlage geeignet?

Bausparvertrag als Geldanlage
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Ein Jeder kennt mit Sicherheit den Bausparvertrag. Doch lohnt sich dieser auch als Geldanlage oder dient er wirklich nur der Finanzierung des Traums vom Eigenheim?

Wenig Rendite

Als Geldanlage lohnt sich der Bausparer nur in den seltensten Fällen, denn die Renditen, die man hier erhält, sind einfach viel zu gering. Zahlt man über Jahre hinweg in den Bausparvertrag ein, so erhält man am Ende der Laufzeit kaum mehr zurück als das eingezahlte Kapital, da die Verzinsung beim Bausparen recht niedrig ist.

Aber niedrige Darlehenszinsen

Will man allerdings tatsächlich ein Bauspardarlehen aufnehmen, um die eigene Immobilie zu finanzieren, dann wiederum macht das Ganze durchaus Sinn. Zwar wird das eingezahlte Kapital nur gering verzinst, doch auch die Zinsen, die für das Darlehen anfallen, sind relativ niedrig, sodass sich hier bares Geld beim Darlehen einsparen lässt.

Staatliche Zulagen

Auch Personen, die von den staatlichen Prämien und Zulagen profitieren können, sollten einen Bausparvertrag abschließen. Für sie wird es wieder lohnenswert, da man mit Hilfe dieser Prämien und Zulagen bis zu fünf Prozent Rendite beim Bausparer erhalten kann. So kann die Wohnungsbauprämie immer dann beansprucht werden, wenn man innerhalb bestimmter Einkommensgrenzen liegt. 8,8 Prozent erhält man auf den jährlichen Sparbetrag bis zu 512,- Euro. Allerdings wird diese Prämie nur dann bezahlt, wenn das Jahreseinkommen 25.600,- Euro nicht übersteigt. Diese Grenzen gelten dabei jeweils für Alleinstehende, für Verheiratete sind die doppelten Summen anzusetzen. Die 8,8 Prozent bleiben allerdings gleich, sodass die Wohnungsbauprämie maximal 45,- bzw. 90,- Euro pro Jahr beträgt, also kein sonderlich hoher Anteil, mit dem sich Vater Staat hier beteiligt.


Ebenfalls kann man eine Arbeitnehmersparzulage erhalten. Diese gibt es in Höhe von 9 Prozent auf vermögenswirksame Leistungen bis zu 470,- Euro im Jahr, die direkt vom Arbeitgeber überwiesen werden. Allerdings wird die Arbeitnehmersparzulage nur dann gewährt, wenn man ein Einkommen von nicht mehr als 17.900,- Euro jährlich aufweist. Dieses ist recht gering angesetzt, sodass wohl die wenigsten Bausparer von der Arbeitnehmersparzulage profitieren können.

Lange Festanlage für den Bausparvertrag

Man sieht hier bereits, dass der Bausparvertrag keine wirkliche Alternative zu anderen Geldanlagen darstellt, zumal mittlerweile darüber diskutiert wird, die Wohnungsbauprämie für neu abgeschlossene Bausparverträge ganz abzuschaffen und somit auch diesen kleinen Anreiz zu entfernen. Ob Banken dieses Produkt dann überhaupt noch an den Mann bringen können, bleibt also mehr als fraglich. Denn selbst wenn man Zulagen und Förderungen erhält, muss man den Bausparvertrag über sieben Jahre ruhen lassen. Das heißt, man darf nicht vorher über das Geld darin verfügen, da andernfalls die Zulagen und Förderungen gestrichen werden und man auch diese kleine Rendite beim Bausparer noch verliert.

Fazit: Als Geldanlage, die ordentliche Renditen bringt, sollte man deshalb nicht unbedingt auf einen Bausparvertrag zurückgreifen, denn dieser kann in der Regel nicht mit anderen Anlagen mithalten. Betrachtet man ein Tagesgeldkonto, so kann man hier mitunter schon jährliche Zinsen bis zu 4,5 Prozent erhalten, kommt allerdings jederzeit an sein Geld heran. Die staatlichen Zulagen beim Bausparvertrag sind so gering, dass sie mit den höheren Zinsen bei anderen Anlageformen deutlich übertroffen werden können, sodass man diesen nur dann in Betracht ziehen sollte, wenn man auch ein Darlehen aus diesem benötigen wird.

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