Fondsrating – Wie aussagekräftig sind die Fondsbewertungen?

Fondsrating - Wie aussagekräftig sind die Fondsbewertungen?

Wer in einen Investmentfonds Geld anlegen will, den interessiert natürlich, wie gut oder schlecht dieser bisher abgeschnitten hat. Genau darüber gibt das sogenannte Fondsrating Auskunft. Verschiedene Ratingagenturen geben Bewertungen zu ausgesuchten Fonds heraus. Das kann einen gewissen Anhaltspunkt für die Anlage-Entscheidung geben. Überbewerten sollte man die Ratings aber nicht.

Bei der großen Anzahl unterschiedlicher Investitionsmöglichkeiten ist es wahrlich nicht einfach, den Überblick zu behalten. Geschweige denn, dass jeder jeden Fonds mit allen Facetten kennt. Hilfe bieten hier Fondsbewertungen, die von Agenturen in bestimmten Zeitabständen publiziert werden. Aufgrund von mathematischen Berechnungen enthalten diese Ratings Angaben darüber, welche Fonds im Vergleich zu anderen eher besser oder eher schlechter abgeschnitten haben. In die Berechnungen fließen dabei unter anderem die Kursverläufe, Volumenentwicklungen oder Renditen in der Vergangenheit ein.

Fondsratings geben keine Prognosen über die zukünftige Entwicklung

Wenn Investmentsfonds in einen solchen Vergleich aufgenommen werden, ist insbesondere das Fondsalter relevant: Eine gewisse Mindestpräsenz am Markt ist erforderlich, damit überhaupt die notwendigen Bilanzzahlen verfügbar sind. Außerdem spricht ein hohes Fondsalter für ein Mindestmaß an Stabilität. Die Ratings treffen demgegenüber aber keine belastbaren Aussagen zu einer etwaigen zukünftigen Fondsentwicklung. Die Daten sind im Wesentlichen retrospektiv und spiegeln die bisherige Fonds-Performance. Anleger sollten sich deshalb nie allein aufgrund einer Ratingbewertung für oder gegen eine Investition entscheiden. Diese kann vielmehr immer nur ein Kriterium unter mehreren sein.

Unterschiedliche Berechnungsmethoden und Vergleichsgrundlagen

Denn auch andere Bewertungsmaßstäbe, wie etwa das jeweilige Fondsmanagement, festgelegte Anlagesegmente oder Anlagesicherheiten/Risiko fließen in die Ratingberechnungen nicht überall in gleicher Weise ein. Generell gilt es zu beachten, dass fast jede Ratingagentur ihre eigene Berechnungsmethodik hat. Es besteht also keine Einheitlichkeit hinsichtlich der Standards und des Datenmaterials. Ratings unterschiedlicher Agenturen können daher auch nur in begrenztem Maß direkt miteinander verglichen werden.


Beispiele für Fondsrating-Agenturen

Im internationalen Kontext gibt es verschiedene Institutionen, die Fondsbewertungen ausgeben. Dazu gehören zum Beispiel die Ratingagenturen

  • Morningstar
  • Moodys
  • Standard & Poor’s
  • und Fitch,

die nicht zuletzt durch die jüngsten Entwicklungen an den Finanzmärkten einem größeren Publikum bekannt geworden sind.

Weitere sind beispielsweise FondsConsult, Lipper u.a. Bevor man sich für die eine oder die andere Ratingagentur entscheidet, sollte man sich möglichst gründlich anschauen, wie und auf welcher Basis das jeweilige Rating funktioniert. Schon aufgrund der Berechnungsmethode können sich für eine gewünschte Anlage unterschiedliche Ratings eher nahelegen als andere.

Nicht verwechseln: Fondsrating und Fondsranking

Prinzipiell wird eine Unterscheidung zwischen Fondsrating und Fondsranking vorgenommen. Beim reinen Ranking wird demgemäß vor allem auf den Vergleich von Fonds einer bestimmten Klasse untereinander geachtet. Beim Fondsrating werden hingegen auch stärker inhaltliche Bewertungen gemacht, die für eine Prognose der zukünftigen Entwicklung bedeutungsvoll sein könnten. Eine klare Trennung der Aspekte ist dabei nicht immer einfach. Wie beim Umgang mit den Fondsbewertungen insgesamt gilt es auch hier, sich einfach immer genau anzusehen, wie eine Aussage zur Fondsperformance  zustande kommt und was sich daraus tatsächlich ableiten lässt.

Fazit

Bei Fondsinvestments geht es häufig um viel Geld. Entsprechend sorgfältig und überlegt will man als Anleger daher vorgehen. Fondsbewertungen bieten an dieser Stelle einen Anhaltspunkt, an dem man sich orientieren kann. Besonders um sich einen Eindruck von der bisherigen Entwicklung eines Fonds zu machen, bieten Fondsratings und Fondsrankings in der Regel wichtige Informationen. Wer sich hiermit für ausgesuchte Fondsanlagen ausführlicher beschäftigt, ist in jedem Falle schlauer als zuvor. Die Bewertungen zum alleinigen Maßstab für eine Investition zu machen, davon wird allerdings von Ratingagenturen selbst abgeraten. Hier gilt es mehrere Kriterien in den Blick zu fassen.

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