Finanzkrise – Welche Geldanlagen sind sicher?

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Noch vor einem Monat war die Finanzkrise in aller Munde und beherrschte die Berichterstattung in den Medien. Regierungen brachten Rettungspläne für die Banken und die Wirtschaft auf den Weg. Die Lage an den Aktienmärkten erschärft sich indessen weiter und viele Anleger fragen sich hinsichtlich der Spekulationen an der Börse, ob ihr Geld noch sicher ist. Denn nicht wenige, die selbst nicht an der Börse spekulieren, sind über Spar- und Rentenfonds durchaus an der Börse involviert. Die Bankenpleiten indessen beunruhigen auch die eher konservativen Anleger. Auch wenn bei den Banken viel über die Einlagensicherung geredet wird, so sind es doch die massiven Hilfsprogramme der Bundesregierung, die Sparbücher, Fest- und Tagesgeldkonten für Anleger wieder verlässlich erscheinen sollen.

Daher noch einmal in Kürze, wie welche Geldanlage von der Finanzkrise betroffen und geschützt ist. Die Ausführungen betreffen ausschließlich die derzeitige Sicherung in Deutschland.

Für in Deutschland tätige Banken besteht ein Zwang, eine Einlagensicherung vorzunehmen, indem sie einem entsprechenden Verbund angeschlossen sind. Eine Ausnahme besteht, wenn eine ausländische Bank bei der Einlagensicherung im eigenen Land angeschlossen ist, dann muss sie sich nicht zusätzlich zu dieser in Deutschland dem Einlagensicherungsfond anschließen.

Wie sicher ist Guthaben auf dem Sparbuch, dem Tages- oder Festgeldkonto?

Die Einlagensicherung in Deutschland wird zuerst über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) betrieben. Dabei handelt es sich um eine minimale Einlagensicherung von Spareinlagen von 90 Prozent der Einlagen, bis maximal 20.000,- Euro pro Konto. Unter diese Sicherung fallen Girokonten, Sparguthaben (Sparbücher und Sparbriefe) sowie Termingelder (Tagesgeld und Festgeld). Aber auch auf Namen ausgeschriebene Schuldverschreibungen und –scheine und Anlegen in verzinsliche Wertpapiere fallen unter die Einlagensicherung. Auch Direktbanken, die über das Internet agieren, sind über die EdB abgesichert.

Im Zuge der Finanzkrise wird über eine Erhöhung der Einlagensicherung nachgedacht, da hier bis jetzt nur das Minimum der europäischen Vorgaben in Deutschland angesetzt ist. Auch auf EU-Ebene ist eine Erhöhung der Mindestgrenze der Sicherung der Einlagen in der Diskussion.

Was die deutschen Sparanlangen anbelangt, hat Kanzlerin Angela Merkel das Versprechen gemacht, der Staat würde für die gesamten Spareinlagen einstehen. Es handelt sich dabei um eine politische Absichtserklärung, eine gesetzliche Umsetzung ist derzeit nicht geplant.

Über die Mindesteinlagensicherung gibt es auf die verschiedenen Bankenarten in Deutschland zugeschnittene Sicherungssysteme. Da gibt es zum Beispiel den Einlagensicherungsfond des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). Die Mitgliedschaft ist allerdings für Kreditinstitute freiwillig. Beteiligte Banken haften mit 30 Prozent des Eigenkapitals pro Kunde. Ein Beispiel, wenn bei einer kleinen Bank das Eigenkapital bei 5 Millionen Euro liegt, so sind Beträge von 1,5 Millionen Euro pro Kunde geschützt.

Die Sparkassen haben mit dem Haftungsverbund der Sparkassen-Finanzgruppe eine teilweise sogar unbegrenzte Einlagensicherung. Genossenschaftliche und öffentlich-rechtliche Banken haben ebenfalls eigene Stützungsfonds, die verhindern, dass eine Bank geschlossen wird.

Wie sicher sind meine Aktien oder Fonds?

Wenn Sie Aktien oder Fondsanteile bei einer Bank verwalten lassen, dann gelten diese als Sondervermögen und sind daher auch im Falle einer Insolvenz vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt. Sollte Ihr Aktien-Depot also bei einer Pleite-Bank liegen, wird dieses Depot einfach zu einer anderen Bank übertragen.

Anders sieht es mit der Wertentwicklung Ihrer Anlage in Aktien oder Fonds aus. In beiden Fällen können Sie mit dieser Geldanlage jederzeit einen Totalverlust einfahren. Mit einem Sparplan in Aktien oder Fondsanteile können Kurschwankungen aber auch über den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt) ausgeglichen werden.

Wie sicher ist mein Bausparvertrag?

Bausparer müssen sich ebenfalls keine Sorgen um ihre Einlagen machen, denn diese sind durch eine zweistufige Sicherung in voller Höhe abgesichert. In der ersten Stufe bis 250.000,- Euro greift der Bausparkassen-Einlagensicherungsfond. Darüber hinaus übernimmt der Einlagensicherungsfond der Bank-Bausparkassen. Beim Bausparen sind in die Sicherung übrigens auch die Zinsen mit eingeschlossen.


Wie sicher ist meine Lebensversicherung?

Bei Lebens- und Rentenversicherungen sieht es folgendermaßen aus. Einmal muss unterschieden werden zwischen fondsgebundenen Policen und solchen, die nicht fondsgebunden sind.

Fondgebundene Versicherungen machen Verluste, wenn der Fonds an Wert verliert. So ist es zum Beispiel bei vielen Lebensversicherungen die in Investmentfonds involviert waren.

Bei Rentenfonds handelt es sich überwiegend um Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere, so genannte Anleihen, zum Beispiel Bundesanleihen oder Unternehmensanleihen.

Bei Rentenversicherungen werden nur etwa 10 Prozent in Aktien angelegt. Da es bei denen zu Kursschwankungen kommen kann, wird letztendlich die Rendite geschmälert. Das Gros geht in festverzinsliche Wertpapiere.

Wie sicher ist meine Riester-Rente?

Bei Riester-Produkten, wie der Riester-Rente, sind die Anbieter übrigens verpflichtet mindestens das eingezahlte Kapital, d.h. inklusive Zulagen, bei Rentenbeginn zu Verfügung zu stellen. Die Rendite kann anlagebedingt geringer ausfallen, da auch hier 10 Prozent Aktien die Regel sind. Auch Fonds- und Banksparpläne müssen mit sinkenden Renditen rechnen, sie sind aber ebenfalls geschützt.

Für den Fall, dass ein Versicherungsunternehmen insolvent werden sollte, gibt es in Deutschland eine Sicherungseinrichtung für Versicherer, die Protektor Lebensversicherungs-AG.

Zertifikate sind nicht abgesichert

Zertifikate gehören zu den Anleihen und sind daher nicht durch den Einlagensicherungsfond gedeckt. Hier besteht neben dem normalen Kursrisiko auch das Risiko, dass der Herausgeber (z. Bsp Lehman Brothers, Deutsche Bank, etc.) seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Dieses nennt man Emittentenrisiko von Emittent gleich Herausgeber. Bundesanleihen gelten deshalb als besonders sicher, da der Herausgeber ja der deutsche Staat ist und das Emittentenrisiko gegen Null geht.

Fazit: Konservative Anleger fahren derzeit am besten und Sparguthaben sind der Regel sicher. Wer auf Grund günstiger Zinsen über Termingelder bei einer ausländischen Bank nachdenkt, sollte darauf achten, dass diese der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) angehört und eine Bafin-Erlaubnis hat.
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