Haus bauen – Voraussetzungen, Planung und erste Schritte

Bis der Traum vom eigenen Haus in Erfüllung geht, stehen viele Aufgaben an. Die Planung beginnt lange vor dem ersten Spatenstich.

Haus bauen Voraussetzungen
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Steigende Mieten, zu wenig Platz, mehr Selbstbestimmtheit und vor allem bessere Lebensqualität – die Gründe ein eigenes Haus zu bauen, sind fast immer die gleichen. Besonders junge Familien möchten sich den Traum vom Eigenheim erfüllen – ein Trend, der nicht neu ist, aber stetig anhält.

Machen Sie sich bewusst, dass ein Eigenheim eine Entscheidung für’s Leben ist, die nicht aus einer Laune heraus getroffen werden sollte. Legen Sie nicht blindlings los, sondern wägen Sie Pro und Contra genau ab. Setzen Sie sich mit den Voraussetzungen auseinander, planen und kalkulieren Sie!

Baufinanzierung berechnen

Baufinanzierung
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Die erste Voraussetzung für den Hausbau ist immer die Finanzierung. Je geringer das Budget, desto schwieriger wird es, den Traum vom Eigenheim zu realisieren. Im Groben sollten Sie diese drei Punkte bedenken:

  1. Eigenkapital
  2. Eigenheimförderung
  3. Kredit

Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto einfacher wird es, einen Baukredit zu bekommen. Beim Eigenkapital handelt es sich nicht nur um private Rücklagen, auch die angesparte Summe im Bausparvertrag zählt! Aber damit nicht genug, denn viel wichtiger ist, was Sie sich leisten können und was nicht.

Die Baufinanzierung wird Ihr monatliches Budget wesentlich beeinflussen. Um einen Überblick zu bekommen, was da genau auf Sie zukommt, sollten Sie sich Ihre finanziellen Belastungen mit einem Baufinanzierungsrechner online berechnen lassen. Damit haben Sie eine Grundlage und können abschätzen, ob die Ausgaben die vorhandenen Einnahmen nicht übersteigen.

Kredit und Förderungen beantragen

Je früher Sie die Finanzierung klären, desto besser. So bleibt Ihnen genug Spielraum, verschiedene Angebote einzuholen und zu vergleichen. Die Praxis hat auch gezeigt, dass potenzielle Eigenheimbauer mit bereits „stehender“ Finanzierung bessere Chancen auf dem Markt haben. Makler oder auch Fertighausbaufirmen wollen verkaufen und das geht nun mal schneller und einfacher, wenn der „finanzielle Papierkram“ bereits erledigt ist.

Mit staatlichen Förderungen können Sie sich den Hausbau erleichtern, bzw. die Kosten reduzieren. Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung sind zum Beispiel:

  1. Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) – größte nationale Förderbank der Welt mit unterschiedlichen Förderprogrammen
  2. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)energetische Gebäudeförderung, meist für Umbau- und Sanierungsarbeiten. Programme zum Hausbau bitte erfragen.
  3. Hausbauförderung durch die Kirche – vor allem für Familien mit Kindern, in Form zinsvergünstigster Kredite oder günstiger Grundstücke mit Erbbaurecht.

Des Weiteren lohnt es sich auch, bei der Stadtverwaltung nachzufragen, ob es kommunale Förderprogramme gibt. Die Programme zur Bauförderung unterscheiden sich je nach Bundesland.

Das richtige Baugrundstück finden

Baugrundstück zu verkaufen
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Am besten ist es, wenn Sie einen kompetenten Baupartner an Ihrer Seite haben. Architekten, Generalunternehmer oder auch Bauträger (Totalübernehmer) sind hier die richtigen Ansprechpartner. Letztere sind vor allem dann zu empfehlen, wenn Sie noch kein geeignetes Grundstück gefunden haben.

Wenn Sie sich allein auf die Suche nach einem passenden Grundstück machen, achten Sie nicht nur auf die Lage. Wichtig ist vielmehr, ob das Grundstück bereits erschlossen ist (Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekommunikation). Ansonsten kommen später weitere Kosten für die Erschließung auf Sie zu. Auch die Größe des Baugrundstücks sollte mit Bedacht gewählt werden. Wie viel Platz brauchen Sie wirklich? Jeder Quadratmeter bedeutet später auch mehr Arbeit.

Haustyp wählen – wie wollen Sie leben?

Einfamilienhaus, Bungalow oder doch lieber ein minimalistisches Tiny House? Beim Haustyp haben Sie die Qual der Wahl. Hinzu kommt, dass Häuser heute mehr und mehr unter ökologischen Aspekten gebaut werden. Energieeffiziente Passivhäuser oder ein klimafreundliches Ökohaus lösen den klassischen Eigenheimstil mehr und mehr ab.

Wenn Sie bei Form und Größe Ihres Traumhauses noch völlig unschlüssig sind, besuchen Sie Musterhausausstellungen oder lassen Sie sich Hauskataloge zusenden. Damit kommen Sie der Entscheidung, was Sie wollen und was eher nicht, erheblich näher.

Bauantrag stellen

Bauantrag stellen
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Auch wenn Sie nach dem Grundstückskauf am liebsten sofort den ersten Spatenstich tätigen würden, ohne Zustimmung des Bauamtes läuft da nichts. Reichen Sie Ihren Bauantrag deshalb so schnell wie möglich ein, aber erst dann, wenn Sie alle Unterlagen zusammen haben – so vermeiden Sie unnötige Verzögerungen. Außerdem sollte diese Aufgabe ein Fachmann übernehmen, jemand der im Besitz einer Bauvorlageberechtigung ist (Architekt, Bauingenieur).

Die wichtigsten Unterlagen für den Bauantrag sind:

  • Auszug aus der Liegenschaftskarte
  • Grundrisse
  • ein Lageplan
  • Berechnungen
  • Hausansichten

Versicherungen abschließen

Während der Bauphase kann einiges passieren, deshalb beginnen Sie den Hausbau nie ohne entsprechende Versicherungen.

➔ Bauherrenhaftpflichtversicherung

Sichert Schäden gegenüber Dritten ab, die ihnen auf der Baustelle zugefügt werden.

➔ Bauleistungsversicherung

Schützt den Bauherren gegen unvorhersehbare Ereignisse, wie Unwetter oder Vandalismus.

➔ Feuerrohbauversicherung

Sollte während der Bauphase ein Feuer ausbrechen, tritt die Feuerrohbauversicherung in Kraft. Sie zahlt übrigens auch Schäden, die durch Löschwasser verursacht werden.

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