Bundeswertpapiere im Überblick nach Laufzeiten

Bundeswertpapiere
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Der Bund bietet eine ganze Reihe an Geldanlagen, die mit unterschiedlichen Laufzeiten und Verzinsungen ausgestattet sind. Dabei ist es gar nicht so einfach, diejenigen Finanztitel aus den verschiedenen Varianten von Bundesschatzbriefen, Finanzierungsschätzen oder Bundesobligationen herauszugreifen, die sich für die persönlichen Zwecke am besten eignen. Unser kleiner Überblick stellt Ihnen die Bundeswertpapiere auf komprimierte Weise vor.

Bundeswertpapiere nach Laufzeiten sortiert

Wichtiges Anlagekriterium für jede private Finanzplanung ist die Anlagedauer, die mit einem Wertpapier verbunden ist. Die Laufzeiten der Bundeswertpapiere reichen von 6 Monaten bei Unverzinslichen Schatzanweisungen bis zu 30 Jahre bei Bundesanleihen. Daneben gibt es die Tagesanleihen, die prinzipiell ohne Befristung verfügbar sind. Allen Bundeswertpapieren gemeinsam ist, dass sie eine sehr hohe Sicherheit versprechen. Der Anleger muss sich hier keine großen Sorgen machen, dass er sein Geld nicht wieder zurückerhält. Dabei gibt es große Unterschiede, wie hoch die Verzinsung bei den einzelnen Wertpapieren ist. Die folgende Übersicht ist nach der üblichen Anlagedauer angeordnet, die für die Wertpapiere jeweils vorgesehen ist.

Bundesanleihen – 10 Jahre u. 30 Jahre

Bundesanleihen (Bunds) haben mit ihrer Laufzeit von 10 oder 30 Jahren die längste Anlagedauer mit vom Bund verbindlich zugesagten Zinsen. Es gibt keinen Mindestanlagebetrag. Die Zinsen werden jährlich ausbezahlt. Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, einmal erworbene Bundesanleihen auch vorzeitig wieder zu verkaufen. Die Wertpapiere werden an der Börse gehandelt und sind dort zum tagesaktuellen Börsenkurs verfügbar. Wie hoch die Zinsen liegen, ist von Ausgabeserie zu Ausgabeserie verschieden. In regelmäßigen Abständen werden neue Wertpapiere emittiert. Nach der festgelegten Gesamtlaufzeit ist ein Rückkauf durch den Bund verbindlich zugesichert. Bei einem vorzeitigen Verkauf können sich je nach Tageskurs Gewinne oder Verluste einstellen. Bundesanleihen sind wegen ihrer langen Laufzeit für die weit planende Vermögensbildung geeignet, liegen in der Verzinsung aber sehr unterschiedlich. Ein Vorteil der Bundesanleihen besteht darin, dass sie trotz der langen Laufzeit prinzipiell auch kurzfristig verfügbar sind.


Inflationsindexierte Bundesanleihen – 10 Jahre

Eine Sonderform der Bundesanleihen ist als inflationsgeschützte Variante zu beziehen. Bei diesen Wertpapieren, die mit einer Laufzeit von 10 Jahren ausgestellt sind, wird sowohl für die Rückerstattung wie für die Berechnung der Zinsen die jeweilige Inflationsrate mit einberechnet. Der Anleger kann hiermit also sicherstellen, dass durch den schleichenden Wertverlust des Geldes keine finanziellen Einbußen für ihn entstehen. Als inflationsindexiertes Bundeswertpapier dieser Art ist ansonsten derzeit nur noch eine Bundesobligation mit fünfjähriger Laufzeit zu erhalten (siehe unten). Besonders bei einer hohen Inflationsrate können sich diese Anlagetitel für eine langfristige Geldverwahrung anbieten. Die Zinsen liegen hierbei allerdings niedriger als bei Wertpapieren ohne Inflationsschutz. Die Zinsausschüttung wird bei den inflationsindexierten Bundesanleihen jährlich vorgenommen. Die genaue Inflationskennzahl wird anhand des europäischen Index für Verbraucherpreise HVPI ermittelt.

Bundesschatzbriefe – 6 bis 7 Jahre

Während die beiden vorgenannten Bundeswertpapiere für relativ lange Zeiträume konzipiert sind, weisen Bundesschatzbriefe eine Laufzeit auf, die gerade für Privatanleger interessant sein können. Wer ein Finanzierungsziel anstrebt, für das eine bestimmte Geldsumme bereitstehen soll, kann sich eine Anlage in Bundesschatzbriefen überlegen. Auch wenn es darum geht, sein Geld über einen größeren Zeitraum sicher verwahrt zu wissen, findet sich in diesen Wertpapieren eine Möglichkeit. Bundesschatzbriefe gibt es in zwei Ausführungen als Typ A mit einer Laufzeit von 6 Jahren und als Typ B mit einer Laufzeit von 7 Jahren. In beiden Fällen werden die Zinssätze gestaffelt nach oben angelegt, d.h. die Zinsrendite beginnt relativ niedrig, zieht dann aber von Jahr zu Jahr stark an. Für den Anleger, der über die Bundesschatzbriefe über die volle Laufzeit besitzt, ergeben sich so am Ende recht hohe Zinssätze. Bei Bedarf kann der Anleger theoretisch auch hier einen vorzeitigen Verkauf vornehmen. Die Zinsen bei Typ A werden jährlich ausgezahlt. Die Zinsen bei Typ B werden jeweils zur Wiederanlage (mit Zinseszins) verwendet.

Bundesobligationen – 5 Jahre

Für die mittelfristige Finanzanlage mit bis zu fünf Jahren stehen bei den staatlichen Wertpapieren die Bundesobligationen (Bobls) zur Auswahl frei. Auch hier erfolgt die Zinszahlung jährlich. Als Mindestanlage sind 110 Euro festgelegt. Auch bei diesem Bundeswertpapier ist der Zinssatz über die gesamte Laufzeit in seiner Höhe verbindlich zugesichert. Ebenso ist die Rückzahlung nach Laufzeitende durch den Bund verbürgt. Da auch die Bundesobligationen an der Börse gehandelt werden, ist ein vorzeitiger Verkauf mit Gewinnen oder Verlusten möglich. Bundesobligationen werden in regelmäßigen Abständen in neuen Serien emittiert.

Inflationsindexierte Bundesobligation – 5 Jahre

Wie bei den Bundesanleihen gibt es auch bei den Bundesobligationen eine Ausgabeserie, die mit Inflationsschutz ausgestattet ist. Das grundsätzliche Verfahren und die Zinsberechnung gestalten sich wie bei den inflationsindexierten Bundesanleihen (siehe oben). Kauf und Verkauf ist an der Börse möglich. Eine vorgeschriebene Mindestanlage besteht nicht.

Fremdwährungsanleihen – 5 Jahre u. 3 Jahre

Mit Fremdwährungsanleihen bietet der Bund die Möglichkeit eine Geldanlage aufzunehmen, die nicht in Euro notiert ist. Die derzeit angebotenen Anleihen werden in US-Dollar geführt. Die Mindestanlage beträgt 1.000 $. Da sowohl der Kauf als auch der Verkauf in der Fremdwährung abgewickelt wird, haben Anleger hier die Währungsschwankungen und Tauschgebühren zu beachten. Fremdwährungsanleihen sind im Gegensatz zu den anderen Bundeswertpapieren mit realen Verlustrisiken behaftet. Zwar ist eine Rückerstattung des Kaufpreises zum Laufzeitende hier ebenfalls verbürgt, wenn sich der Währungskurs für den Anleger aber nachteilig entwickelt hat, können bei einem Rücktausch von Dollar in Euro Werteinbußen entstehen. Hat sich der Kurs positiv entwickelt, ergeben sich hingegen zusätzliche Gewinne. Die Zinsen werden jährlich (ebenfalls in Dollar) ausbezahlt. Fremdwährungsanleihen sind mit Laufzeiten von 5 Jahren und 3 Jahren erhältlich.

Bundesschatzanweisungen – 2 Jahre

Für den Anlagezeitraum von 2 Jahren sind Bundesschatzanweisungen gedacht. Wie bei den übrigen Bundeswertpapieren wird ein verbindlicher Zinssatz zugesagt. Eine Mindestanlage gibt es nicht. Der zugesicherte Rückkauf nach zwei Jahren macht die Bundesschatzanweisungen zu einer sicheren Finanzanlage. Ein vorzeitiger Verkauf ist über die Börse möglich, wobei dann der jeweilige Tageskurs über den Verkaufswert bestimmt.

Finanzierungsschätze – 1 oder 2 Jahre

Zu den Bundeswertpapieren mit den kürzesten Laufzeiten gehören die Finanzierungsschätze. Bei dieser Variante kann man zwischen einer Laufzeit von einem oder 2 Jahren wählen. Die Mindesthöhe für eine Anlage beträgt 500 Euro. Finanzierungsschätze werden als ‚abgezinste‘ Wertpapiere angeboten. Das heißt, dass die Zinsen dazu verwendet werden, um den Kaufpreis zu vermindern. Durch ihre Anlagedauer bieten sich Finanzierungsschätze für kurzfristige Finanzierungsvorhaben an. Doch Vorsicht: Ein Verkauf vor Laufzeitende ist bei diesen Wertpapieren nicht möglich.

Unverzinsliche Schatzanweisungen – 6 Monate (bis 2 Jahre)

Ebenfalls ein abgezinstes Wertpapier ist mit den sogenannten Unverzinslichen Schatzanweisungen zu erhalten. Die Laufzeiten liegen hier zumeist bei 6 Monaten, können aber auch bis zu 2 Jahre betragen. Es gibt keinen Mindestanlagebetrag. Da die Zinshöhe bei jeder Neuausgabe auch neu festgelegt wird, sind bei den Unverzinslichen Schatzanweisungen auch kurzfristige Anpassungen an das allgemeine Zinsniveau zu erwarten. Erster Adressat dieser Bundeswertpapiere sind eigentlich institutionelle Großanleger wie zum Beispiel Banken. Die Wertpapiere nehmen am normalen Börsenhandel teil.

Tagesanleihe ohne Befristung

Ein Finanzprodukt, das zu Tagesgeldkonten vergleichbar ist, stellt die Tagesanleihe dar. Gelder können hier täglich eingezahlt oder ‚abgehoben‘ werden. Die Verzinsung orientiert sich am allgemeinen Marktniveau. Eine Besonderheit der Tagesanleihe ist, dass dabei die Zinsen täglich neu berechnet und verrechnet werden. Zinseszinsen fallen also für jeden einzelnen Anlagetag an. Prinzipiell kann man sein Geld unbegrenzt lange in Tagesanleihen anlegen. Ab einem Mindestbetrag von 50 Euro stehen diese Bundeswertpapiere für den Anleger offen.

Gebührenfreie Verwaltung von Bundeswertpapieren bei der Deutschen Finanzagentur

Bis auf wenige Ausnahmen sind sämtliche Bundeswertpapiere bei der zuständigen Einrichtung des Bundes, der Deutschen Finanzagentur, kostenfrei zu kaufen, zu verwalten und zu verkaufen. Nur bei Fremdwährungsanleihen geht dies nicht. Hier sind Banken die Ansprechpartner. Bei Bundesanleihen erfolgt der Kauf für den Privatanleger ebenfalls nur über Banken und Kreditinstitute. Die anschließende Verwaltung ist aber wiederum bei der Finanzagentur möglich.

Fazit
Für so gut wie jede wünschbare Anlagedauer bietet der Bund mit seinen festverzinslichen Wertpapieren eine Anlageoption. Um die Sicherheit der Bundeswertpapiere muss sich der Anleger keine Gedanken machen. Die Höhe der Verzinsung ist in jedem Einzelfall zu prüfen.

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